Page 46 - 30 Jahre Stadtmarketing – Chronik
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30 Jahre Stadtmarketing Kultur bedeutet vielfäl-
tige Themen und Aktionen je nach Bedarf, aber
eines sollte ein Muss sein: Förderung von Kindern
und Jugendlichen. Vorbildlich sind die vielen Kin-
der-Aktionen vom Arbeitskreis Handel während
der großen Feste.
Als die negative Spaßgesellschaft unter Jugend-
lichen immer stärker wurde, gründeten Astrid
Gausmann und Ruth Ortlinghaus das Projekt
„Auf-Bruch-Stimmung“. Führende Pädagogen der
weiterführenden Schulen mit mehr als hundert
ihrer Schüler der siebten und achten Klassen und
Vertretern der örtlichen Kirchen wandelten auf
historischen Pfaden. Sie nahmen sich den Witten-
berger Mönch Martin Luther zum Vorbild, der am
31. Oktober 1.517 Thesen an die Kirche anschlug
und die Reformation einleitete. Thesen mit ihren
Wünschen sollten die Jugendlichen an die Rat-
haus-Tür anschlagen. Die Pädagogen ließen sich
für das Projekt begeistern. Sie erklärten sich bereit,
im Namen der Curricula durch thematische Auf-
arbeitung das Projekt zu unterstützen. Neben der
kritischen Auseinandersetzung der Jugendlichen
über die für sie wichtigen moralischen und ethi-
schen Werte von Einst und Heute stand die Kern-
frage „In welcher Gesellschaft möchte ich leben?“
Die Ergebnisse sollten als Thesen an die Rathaus-
Tür angeschlagen werden.
Am 31.10.2012 wurde die Aktion fantasievoll
spannend angelegt. Treffpunkt war um 19 Uhr
der Kirchplatz, wo Pastor Ulrich Müller als Martin
Luther mit seiner Frau Katharina von Bora (Astrid
Gausmann) begrüßten und den langen Zug be-
gleiteten. Im Fackelschein marschierten mehrere
Hundert Jugendliche Richtung Rathaus und schlu-
gen ihre Thesen an.
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Bürgermeister Dr. Heinisch hatte die Jugendli-
chen zur Diskussion in den historischen Ratssaal
eingeladen, wo heftigst diskutiert, fast gestritten
wurde … Der katholische Pastor Demand setzte
zum Schluss noch einen passenden Glanzpunkt:
mit Gitarrenbegleitung sang er ein modernes
„Vater unser“.
Die Thesen aber standen auf großen Tafeln lange
im Kassenraum der Sparkasse und gaben Anlass
zu tiefgründigen Diskussionen.