Page 20 - 30 Jahre Stadtmarketing – Chronik
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Als der Arbeitskreis Handel, bis 2003 mit dem AK-
Sprecher Jürgen Müller, den ersten Martinsmarkt
organisierte, veröffentlichte der Arbeitskreis
Kultur 2000 die vierte Publikation „Heiligenhaus
– eine Stadt stellt sich vor“. Und das mit dem Titel
„Sankt Martin und der Martinsmarkt. Betrachtun-
gen zu Martinsbräuchen“ erarbeitet von Rolf Watty.
Auf Empfehlung der Leiterin der Wuppertaler Sy-
nagoge, Dr. Ulrike Schrader, klopfte Ende der 90er
Jahre die über 60-jährige Jüdin Luise Jacobs an die
Türe von Ruth Ortlinghaus. Die gebürtige Heiligen-
hauserin – die während der schlimmsten Zeit der
Judenverfolgung mit ihren beiden Geschwistern
von ihrer Mutter in ein christliches holländisches
Waisenhaus gebracht wurde – wollte einmal
noch den Spuren ihrer Vorfahren nachgehen. Ihr
Großvater Salomon Jacobs war Mitbegründer der
Heiligenhauser Feuerwehr; ihr Vater Artur Jacobs,
Reisender für Heiligenhauser Firmen – wurde
als erster der 24 Heiligenhauser Jüdinnen und
Juden bestialisch im Schloss Hartheim in Öster-
reich ermordet. Luise Jacobs hatte den Wunsch,
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das Schicksal ihrer Familie in den Schulen zu Von links:Helene, Klaus und Luise Jacobs
in Heiligenhaus vor ihrer Emigration nach
Holland 1939.









































































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