Page 22 - 30 Jahre Stadtmarketing – Chronik
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Ruth Ortlinghaus aber führte die jungen Filme-
macher auf Wunsch über den jüdischen Friedhof
und sie erlebten eine Überraschung. In einer Ecke
lag viel verwelktes Laub und Unrat aufgeschichtet.
Neugierig geworden schob ein Jugendlicher alles
weg – und unter dem Schutt und den verwelkten
Gräsern fand man eine Grabstätte mit einem klei-
nen Stein und dem Namen „Rosa und Karl Aron“.
Das jüdische Heiligenhauser Ehepaar – es betrieb
in der Hauptstraße eine Klempnerei – war kurz
nach der Kristallnacht Ende der 30er Jahre tot aus
der Ruhr geborgen worden. Ob Selbstmord oder
Mord, konnte nie geklärt werden.
Das Thema „Drittes Reich“ und „Judenverfolgung“
waren Anlass zur Kooperation mit der Evangeli-
schen Kirche. So zeigten Arbeitskreismitglieder
immer wieder den Konfirmanden in der Isen-
bügeler Dorfkirche den Film „Heil Heiligenhaus“,
Treff en aller Heiligenhauser NS-Verbände
ebenso in der Alten Kirche. Mit Pfarrerin Düster-
höft erarbeiteten Mitglieder eine große Ausstel-
lung über die Heiligenhauser Juden; sie wurde im
Haus der Kirche etliche Wochen ausgestellt und
lagert heute im Archiv.
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Dr. Walter Kaiser, Ruth Ortlinghaus und
Gisela Majert diskutieren mit der Feuer-
werkjugend den Film „Heil Heiligenhaus“







































































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