Page 17 - 30 Jahre Stadtmarketing – Chronik
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lismus und Moderne fasziniert er als Bildhauer
mit fantasievollen Formvariationen seiner Holz-
und Metallplastiken. In satten Farbkompositionen
überrascht er als Maler, mit ornamentreichen Git-
tern, Toren, Türen und mit prachtvollen Schmie-
dearbeiten beeindruckt er als Kunstschmied. Josef
Vavro ist gebürtiger Slowake. Neben vielen ande-
ren Arbeiten wurde er in der niederbergischen
Region bekannt als Restaurator. Er war beteiligt
an der Neugestaltung der Schlösser Hugenpoet
und Landsberg in Kettwig. In Heiligenhaus gestal-
tete er den markanten „Schlotschmet“ vor dem
Rathaus, die Bronzeplastik der Hubertuskapelle
auf dem Kirchplatz und das russisch-orthodoxe
Kreuz auf dem katholischen Friedhof.
Das Jahr 1997 ging vielfältig in die Annalen der
Heiligenhauser Geschichte als Doppeljubiläum
ein, mit einer bunten Palette an Aktivitäten und
historischen Publikationen. Aber auch der noch
kleine Marketing-Initiativkreis „Kultur- und Ge-
sellschaft“ hat mit Ideenreichtum und Fantasie
im Angebot ergänzende Akzente setzen und
Alternativen bieten können. Unter Anleitung von
Fachreferenten wurde ein baureifes Konzept für
Fahrradwege in Heiligenhaus entwickelt. Ruth
Ortlinghaus wurde offiziell der journalistische Part
überwiesen und das ist bis heute so geblieben.
Rolf Watty beobachtete immer wieder ausgefal-
lene Nachrichten in den Medien, setzte sie über
20 Jahre von 1998 bis zu seinem Ableben 2020 in
einen satirischen Kontext, veröffentlichte sie unter
„Heiligenhaus … in“, „Im Blickpunkt“ oder als „Timo
Beil“ – brachte damit eine amüsante Variante in
den Veranstaltungskalender.
Im Blickpunkt aber stand 1997 vorrangig die His-
torie der „Jubilarin Stadt“ mit passenden Aktivi-
täten zum Jubiläumsjahr. Viele Ideen wurden
diskutiert, einige realisiert. Alle Projekte fanden
bei der Bevölkerung eine begeisterte Resonanz. Im
Arbeitskreis Kultur standen vor allem die Herren
mit ihren Ideen im Mittelpunkt. „Von Bürgern für
Bürger“ hieß eine der herausragenden Initiati-
ven. Hier konnte Mitglied Rolf Watty, damaliger
Leiter des Heiligenhauser Geschichtsvereins und
nun als Projektleiter, eines seiner historischen
Steckenpferde realisieren: Das Deuten und Auf-
stellen von erläuternden Straßenschildern. Und
das in bester Zusammenarbeit mit dem Archivar
Hartmut Nolte. Denn wer kennt schon die Namen
der heimischen Politik-Kulturszene oder die der
ehemaligen Höfe oder geografischen Gegeben-
heiten? Unter Federführung von Margarete Kranz
und Barbara Frömberg wurde unermüdlich die
Werbetrommel gerührt und bis zum Jahresende
fanden sich Sponsoren für 40 Straßenschilder.
Nach historischen Gesichtspunkten sponserte
der Geschichtsverein 11 Schilder, Parteien ehrten
große Politiker ihrer Couleur, Bürgervereine ließen
die Straßennamen ihres Stadtteils deuten, Ge-
schäftsleute und Privatpersonen die ihrer Firmen
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