Page 12 - 30 Jahre Stadtmarketing – Chronik
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Zu den anwesenden Damen und Herren der Grün-
dung des Lenkungsausschusses gehörte auch
Jürgen Müller, späterer Arbeitskreissprecher Han-
del, der einzige Mitarbeiter des späteren „Social
Stadtmarketing“.
Zum Moderator des Lenkungsausschusses wurde
der in der mittelständischen Wirtschaft hochge-
schätzte Diplom-Volkswirt und Unternehmensbe-
rater Hans O. Rasche gewählt. Er betonte in seiner
Rede: „Ich bin seit Jahrzehnten Heiligenhauser
Bürger, und als ehemaliger Kommunalpolitiker
kenne ich die örtlichen Begebenheiten genau. Hier
positive Veränderungen auf breiter Basis bewirken
zu können, reizt mich ebenso wie die fachliche
Herausforderung.“ Lange schon vor Gründung des
Lenkungsausschusses trafen sich im von mo-
dernen Kunstobjekten geprägten Haus Rasche in
Tüschen interessierte Bürger, diskutierten über
Kunst, Politik aus Vergangenheit und Gegenwart,
über ein Pilotprojekt „Social Marketing“, bezogen
die Kommune Heiligenhaus mit in die Diskussion
ein und brachten später ihre Ideen in die einzel-
nen Arbeitskreise. Unter ihnen auch Ruth Ortling-
haus Arbeitskreis Kultur und Ulf Zimmermann
Arbeitskreis Wirtschaft.
Bereits bei der ersten Sitzung des Lenkungsaus-
schusses stand wie in allen Städten Deutschlands
die Analyse einer veralteten Stadtverwaltung zur
Diskussion, wurde eine neue Strukturierung mo-
derner Art gefordert. Das Wie zog sich über viele
Monate bis zur Realisierung hin. Natürlich waren
in den Sitzungen anhand der Analysen der Stärken
und Schwächen innerhalb der Stadt Lösungen for-
muliert worden, die jeweils in den Arbeitskreisen
zur Diskussion stehen sollten. Jetzt kam Rasches
lange vorbereitete Idee zum Tragen. Auf die Frage
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„Was bedeutet Stadtmarketing für Heiligenhaus?“
antwortete der Moderator: „Die bewährten Stra-
tegien und Strukturen des Marketings nicht nur
auf die Produkte der Wirtschaft, sondern auf die
Systeme der Städte anzuwenden.“ Hier gingen von
der Industrie- und Handelskammer entscheidende
Impulse aus, im sogenannten „Social Marketing“
Bürgerinitiativen zu gründen. Unter fachlicher
Leitung versuchten sachkundige Bürger ihre Stadt
attraktiver und vor allem bürgerfreundlicher zu
gestalten – das geht vom Einbringen ihrer Ideen bis
zur Realisierung in den dafür zuständigen Gremien.
Während des Jahres 1994 hatten Gisela Dorne-
mann, Jürgen Müller und Annelie Heinisch aus
der Heiligenhauser Geschäftswelt eine zündende
Idee: mit einer modernen Weihnachtsbeleuchtung
wollten sie in der Advents- und Weihnachtszeit die
Innenstadt festlicher gestalten. Weit über
€ 30.000 kamen bei der Sammlung zusammen.
Eine prächtige Beleuchtung wurde gekauft und
installiert unter dem Namen „Licht in die Stadt“.
Dieser Akt mit dem fast prophetischen Namen
wurde zur Geburtsstunde des Heiligenhauser
„Social Stadtmarketings“, mit dem Slogan „von
Bürgern für Bürger“, erinnert Jahr für Jahr wieder
an den Anfang einer segensreichen Aktion.
Unabhängig von der Stadtverwaltung wird selbst-
ständig und überparteilich in demokratischer Ab-
stimmung gearbeitet – ab und an natürlich auf die
Unterstützung der Stadtverwaltung angewiesen,
die sie aber im eigenen Interesse gerne gibt.
Auf die Frage „Was bedeutet Stadtmarketing für
Heiligenhaus“ betonte Rasche immer wieder la-
pidar lächelnd „Heiligenhaus hat‘s“ und fuhr dann
überzeugend fort „Stadtmarketing geht alle Bürger
an. Hier sprechen und planen Bürger und Verwal-
tung miteinander, hier arbeiten Menschen für die
positive Entwicklung und Zukunft ihrer Stadt, hier
ist ein Forum für Ideen und Traditionen, für gesell-























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