Page 40 - 30 Jahre Stadtmarketing – Chronik
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Unter Federführung des Arbeitskreises Kultur und
in Kooperation mit dem Heiligenhauser Jugendrat
wurde 2019 der erste und bisher einzige Jugend-
Kunstwettbewerb ausgelobt. Unter dem Thema
„Die Natur – was siehst Du“ waren Schüler im Alter
von 10-14 Jahren und Jugendliche von 15 bis 19 Jah-
ren angesprochen. Als Geldpreise waren in beiden
Gruppen angesetzt, 150,-, 100,- und 50.- Euro.
19 sehr schön bildhaft gestaltete Kunstwerke gin-
gen ein. In der Jury waren die Kunstschaff enden
Doris Halfmann und Andreas Liesner. Bürger-
meister Michael Beck konnte in der ersten Gruppe
der 10-14-Jährigen Preise verteilen an:
Ayhan Kelesch, Simone Huck, Joleen Hana
Bei den 15- 19-jährigen Preise an:
Sophie Germann, Lea Remy, Kosmar Babiaz
Mehrere Wochen hingen die Kunstwerke zur Be-
sichtigung im Foyer des Clubs. Ein schöner Neben-
eff ekt: bei Ruth Ortlinghaus rief ein Bekannter an,
dessen verstorbene Frau Kunstpädagogin war und
die sich immer für junge Menschen im Blickpunkt
auf Kunst eingesetzt hatte „ich bin so begeistert
über das Projekt und stifte für jeden Teilnehmer
20 Euro“. 19 Schüler und Jugendliche freuten sich
über das Taschengeld.
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Ab und an besuchte auch das Genie Yoshio Yos-
hida das arthouse. Der 1940 in Tokio geborene
Künstler, seit 1976 Wahlheiligenhauser, mit einem
Atelier im berühmten Düsseldorfer Kunsthaus.
Er zählt zu den Stillen im Lande und ist einer der
Größten in seinem Metier. Seine Werke hängen
weltweit in den bekanntesten Museen, so auch im
Moma in New York.
Yoshida ist der Philosoph, Metaphysiker und Äs-
thet unter den Malern der Moderne. Ihn beschäf-
tigte immer die Frage – und das bis heute – „Was
ist die Malerei im Kern?“ Seine Antwort: “über die
Struktur des Lebens, die Auff assung vom Aufbau
der Welt und gleichzeitig die von der geistigen
Struktur des Menschen schlechthin zu analysieren
und malerisch zu interpretieren“.
Als der Tsunami 2011 in seiner japanischen Hei-
mat Tod und Vernichtung hinterließ, entschloss
sich Yoshida zur mahnenden Erinnerung ein
Denkmal zu erarbeiten. Er klopfte an die Türe des
Arbeitskreises. Zur Finanzierung der Arbeit or-
ganisierten Rolf Watty und Ruth Ortlinghaus eine
Beteiligung am Benefizkonzert des Heiligenhauser
Ensembles MGV Heimatklänge in der Kant-Aula,
unter Mitwirkung japanischer Musikensembles
zur Unterstützung des zerstörten japanischen
Landes. Im Foyer des Hauses konnte Yoshidas
5,50 Meter langes und zwei Meter hohes geniales
Triptychon „Alfa und Omega – Anfang und Ende“
aufgestellt werden. Zum ersten Male sichtbar einer
breiten Öff entlichkeit. Der linke Flügel symboli-
siert den Urknall – der rechte Flügel das Aus allen
Lebens. Im Mittelteil aber leuchtet die Vielfalt des
Lebens. Dieser Mittelteil sollte in einer einmaligen
Aufl age vermarktet werden. Und es fand sich ein
Mäzen: der Kunstliebhaber Marcus Köhler, In-
haber der gleichnamigen Firma, sponserte 100
Drucke des Mittelteiles zu je 50 Euro. Der Arbeits-