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Heimische Pflanzen für den Erhalt der Biodiversität

Der Begriff “heimisch” oder auch “einheimisch” bezieht sich nicht auf Ländergrenzen, sondern orientiert sich an klimatischen Bedingungen und Bodenverhältnissen. Heimische Pflanzen sind also alle Pflanzen, deren natürliches Verbreitungsgebiet in Mitteleuropa liegt. Diese Pflanzen sind besonders gut an Boden und Klima angepasst und deshalb auch sehr pflegeleicht. Je nach Pflanze können sie direkt in die Erde gepflanzt, aussät oder im Kübel auf die Terrasse oder den Balkon gestellt werden. 

Aber was ist der tiefere Sinn hinter den heimischen Wildpflanzen? Viele Gartenbesitzer beobachten an ihren exotischen Blumen vor allem Honigbienen und argumentieren somit den Nutzen dieser Pflanzen. Die Honigbienen gehören aber zu den „Generalisten“, d.h. sie können den Nektar und Pollen vieler Pflanzen nutzen. Dagegen sind etwa ein Drittel der gut 500 Wildbienenarten „oligolektisch“. Das bedeutet, dass sie zwingend auf ganz bestimmte heimische Wildpflanzen angewiesen sind. Und wenn diese nicht vorhanden sind, kann auch die Wildbienenart nicht überleben. Umgekehrt sind diese Pflanzen meist auf gerade eben diese spezialisierte Wildbienenart angewiesen. Ohne sie findet keine Bestäubung der Pflanze mehr statt. Beachtet man, dass der Aktionsradius von vielen Wildbienen wesentlich kleiner ist als der von Honigbienen (70 bis 400 Meter versus bis zu 5 km), bekommt man eine ungefähre Vorstellung davon, wie schwierig es für sie ist, geeigneten Lebensraum zu finden. Zu diesem gehören nicht nur die Futterpflanzen, auf die sie spezialisiert sind, sondern auch geeignete Nistmöglichkeiten für Brut und Überwinterung. Wie eng das Verhältnis zwischen Pflanze und Wildbiene ist, zeigen schon einige Namen: Die Reseden-Maskenbiene braucht die Resede. Die Zaunrüben-Sandbiene die Zaunrübe. Die Glockenblumen-Scherenbiene braucht Glockenblumen. Die Frühe Doldensandbiene fliegt auf Wilde Möhre. Die Hahnenfuß-Scherenbiene mag am liebsten Hahnenfuß und die Pippau-Sandbiene liebt den Wiesen-Pippau. Auch die Schmetterlinge, vor allem der Nachwuchs ist meist spezialisiert: Die Raupen des Aurorafalters fressen Blätter der Knoblauchsrauke, die des Eulenfalters lieben nickendes Leimkraut und so weiter. Zitronenfalter haben sich derart spezialisiert, dass sich ihre Raupen ausschließlich von Faulbaum und Kreuzdorn ernähren. Einfach ausgedrückt: kein Faulbaum - kein Zitronenfalter. 

Bezugsquellen für Pflanzen und Saatgut:

Information: Der Arbeitskreis Umwelt und Natur des Stadtmarketing-Heiligenhaus